
Ein kühler Morgen im Freiburger Innenhof
Es ist kurz nach sechs, die Sonne schiebt sich gerade erst über die Dächer der Freiburger Altstadt, und ich sitze mit meinem ersten Kaffee am Küchentisch. Vor mir liegt mein A5-Heft, das in den letzten achtzehn Monaten zu einer Art Logbuch meiner Genesung geworden ist. Heute Morgen habe ich eine Session aus dem vierten phoenix999-Kurs nach knapp zehn Minuten abgebrochen. Mein Nacken war steif, der Kopf voll mit der anstehenden Steuererklärung, und die Stimme im Video sprach von 'kosmischer Weite'. In meinem Heft steht unter dem heutigen Datum nur ein Wort: 'Nichts'.
Das passiert. Wer fünfzehn Jahre lang am Empfang einer Hausarzt-Gemeinschaftspraxis in der Wiehre saß, verliert die Illusion, dass Heilung – egal welcher Art – immer linear verläuft. Ich habe tausende Patienten gesehen. Ich kenne das Geräusch, wenn das Wartezimmer so voll ist, dass die Luft steht, und ich weiß genau, welche Abrechnungsziffern wir für eine 'eingehende Beratung' verwenden durften. Spoiler: Es ist erschreckend wenig Zeit vorgesehen. In dieser Zeit zwischen Quartalsabrechnungen und Überweisungen zum Kardiologen habe ich eine Allergie gegen leere Versprechungen entwickelt. Wenn eine Broschüre 'Heilung in drei Tagen' versprach, flog sie meistens direkt ins Altpapier.
Nach meinem Erschöpfungs-Ausfall 2022 stand ich auf der anderen Seite des Tresens. Ich war die Patientin. Die Schulmedizin hat mir das Leben gerettet, indem sie mir die Diagnose und die nötige Krankschreibung gab. Aber die 'Wartung' meiner Seele, das energetische Aufräumen, das musste ich selbst in die Hand nehmen. Ich bin keine Ärztin, keine Krankenschwester und keine Heilpraktikerin. Ich habe keine medizinische Ausbildung. Ich bin einfach nur die Frau, die gelernt hat, genau hinzuschauen, wohin man Leute überweist und warum.

Die Realität hinter dem Broschürenständer
In der Praxis war ich diejenige, die die Überweisungen zum Facharzt ausfüllte. Ich wusste: Wer zum Gastroenterologen geht, hat meistens schon eine lange Odyssee hinter sich. Aber was ich auch sah: Viele Menschen kamen mit körperlichen Symptomen, für die wir trotz Ultraschall und Blutbild keine organische Ursache fanden. Wir nannten das oft 'psychosomatisch', was für viele Patienten wie ein Urteil klang – als ob sie sich das nur einbilden würden.
Heute, nach 18 Monaten intensiver Arbeit mit energetischen Ansätzen, sehe ich das anders. Es ist nicht 'eingebildet', es ist oft nur auf einer Ebene blockiert, die das Skalpell oder das Stethoskop nicht erreicht. Ich habe für mich den Begriff des 'energetischen Feldes' übernommen, ohne dabei ins Schweben zu geraten. Für mich ist das wie ein Terminkalender: Wenn der mit altem Müll, Stress und ungeklärten Emotionen vollgestopft ist, ist kein Platz mehr für neue Energie. Die Schulmedizin repariert die Hardware, aber die Software – unser energetisches System – braucht eine andere Art von Pflege.
Ich habe in den letzten anderthalb Jahren alle vier phoenix999-Kurse durchgearbeitet. Das war kein billiges Vergnügen. Kurs 1 kostete 149 Euro für 6 Sessions, Kurs 2 lag bei 299 Euro für 10 Sessions. Bei Kurs 3 (Ahnenheilung) wurden 450 Euro fällig, und der vierte Kurs schlug mit 890 Euro zu Buche. Das sind fast 1.800 Euro. In der Praxis hätten wir dafür hunderte Versicherte einlesen müssen. Ich habe das Geld investiert, weil ich wissen wollte, ob hinter dem spirituellen Marketing mehr steckt als nur heiße Luft und 'Quantensprünge in 21 Tagen' – über letzteres kann ich als kühle Rechnerin nur trocken lachen.
Warum Erdverbindung kein Hokuspokus ist
Einer der wichtigsten Begriffe, die mir in den Kursen begegnet sind, ist die Erdverbindung. Am Anfang dachte ich: 'Klar, ich stehe doch mit beiden Beinen auf dem Boden, was soll das?' Aber nach ein paar Wochen in Kurs 1 (das war im Winter vor über einem Jahr) merkte ich den Unterschied. In der Praxis in der Wiehre war ich oft wie 'neben mir'. Ich habe funktioniert, aber ich war nicht präsent. Die Übungen zur Erdung helfen dem Nervensystem, aus dem permanenten Flucht-Modus auszusteigen.
Man muss sich das wie eine elektrische Erdung bei einem Gerät vorstellen. Ohne die haut es bei Überspannung die Sicherung raus. Bei mir war die Sicherung 2022 durchgebrannt. Energetische Selbstheilung ist für mich der Versuch, die Leitungen so zu reinigen, dass die Sicherungen halten. Das ersetzt keinen Besuch beim Kardiologen, wenn das Herz stolpert – das wäre lebensgefährlicher Unsinn. Aber es kann helfen, dass das Herz gar nicht erst so oft stolpern muss, weil der Grundstress sinkt. Wer sich unsicher ist, wie man solche Kurse überhaupt angeht, sollte auf eine praktische Vorbereitung auf Selbstheilungskurse achten, damit man nicht völlig unvorbereitet in diese emotionalen Tiefen stürzt.

Das Wartezimmer der Ahnen
In Kurs 3 ging es um die Ahnenlinie. Das war der Moment, in dem meine Skepsis am größten war. Aber dann erinnerte ich mich an die vielen Patientenakten, in denen 'familiäre Belastung' stand. Wir wissen in der Medizin um die Epigenetik, also dass Erfahrungen unserer Vorfahren Spuren in unseren Genen hinterlassen können. Die energetische Arbeit setzt genau dort an, nur mit anderen Mitteln.
Ich habe Wochen damit verbracht, mich mit den Mustern meiner Mutter und Großmutter auseinanderzusetzen. Es war anstrengend, oft frustrierend und teuer (450 Euro für 8 Sessions, also über 50 Euro pro Einheit). Aber es war der Punkt, an dem bei mir etwas 'klickte'. Ich verstand plötzlich, warum ich mich im Beruf immer bis zur Selbstaufgabe aufgerieben habe. Das war kein Schicksal, das war ein energetisches Erbe. Diese Last abzugeben, hat nichts mit Magie zu tun, sondern mit einer bewussten Entscheidung zur inneren Hygiene.
Trotzdem: Ich bleibe dabei, dass man bei spirituellen Kursen vorsichtig sein muss. Ich habe in meinem Heft genau notiert, welche Sessions mir gar nichts gebracht haben. In Kurs 2 gab es eine Einheit zur 'Lösung von Fremdenergien'. Ich saß zwanzig Minuten da, habe die Anweisungen befolgt und mich danach einfach nur gelangweilt gefühlt. Keine Erleuchtung, kein Kribbeln, nur das Gefühl, gerade Zeit verschwendet zu haben. Das gehört dazu. Es gibt keinen Heilung-Knopf, den man einfach drückt.
Meine pragmatischen Tipps für den Spagat
Wenn du überlegst, spirituelle Methoden in dein Leben zu lassen, während du vielleicht noch in schulmedizinischer Behandlung bist, hier meine Tipps aus fünfzehn Jahren Praxis-Erfahrung:
- Bleib ehrlich zu deinem Arzt: Erzähl ihm nicht unbedingt von 'Lichtkörper-Prozessen', wenn er ein eher trockener Typ ist, aber sag ihm, dass du Entspannungstechniken nutzt, um dein Nervensystem zu beruhigen. Ein guter Hausarzt wird das unterstützen.
- Keine Selbstdiagnosen: Nutze die energetische Arbeit nie, um körperliche Symptome zu interpretieren. Wenn es im Oberbauch drückt, geh zum Ultraschall. Wenn der Befund negativ ist, kannst du schauen, welche emotionale Blockade da vielleicht festsitzt.
- Dokumentiere deine Ausgaben: Spirituelle Heilung ist ein Markt. Ich habe mein A5-Heft nicht nur für Gefühle, sondern auch für die Kosten. Wenn ein Kurs 890 Euro kostet, muss er liefern. Sei kritisch. Schau dir vorher an, ob es eine Geld-zurück-Garantie bei spirituellen Kursen gibt.
- Geduld statt Quantensprung: Heilung braucht Zeit. In der Praxis haben wir Patienten oft über Jahre begleitet. Energetische Arbeit ist kein Sprint. Bei mir hat es oft sechs Wochen gedauert, bis eine Session aus einem Kurs wirklich im Alltag spürbar war.

Fazit: Die Frau am Empfang zieht Bilanz
Ich sitze immer noch in meiner Küche, der Kaffee ist jetzt kalt. Wenn ich heute in mein Heft schaue, sehe ich eine Frau, die nicht mehr nur die Überweisungen für andere ausfüllt, sondern die Verantwortung für ihr eigenes Feld übernommen hat. Wer wirklich wissen will, ob sich der finanzielle Aufwand für das ganze Paket lohnt, dem habe ich in einem anderen Text mal die vier phoenix999-Kurse im Vergleich gegenübergestellt – inklusive der Tabelle aus meinem A5-Heft, die deutlich nüchterner aussieht als die Hochglanz-Webseiten.
Spirituelle Selbstheilung ist kein Ersatz für die moderne Medizin. Wer das behauptet, handelt verantwortungslos. Aber sie ist die notwendige Arbeit im Innenhof unseres Lebens, damit das Licht der Heilung überhaupt durch die Fenster fallen kann. Ich bin immer noch skeptisch, ich mag immer noch keine Esoterik-Broschüren, und ich werde nie eine 'Lichtarbeiterin' sein. Aber ich weiß jetzt, dass es zwischen ICD-10-Codes und Quartalsabrechnungen einen Raum gibt, den nur wir selbst betreten können.
Sprich mit deinem Arzt, bevor du etwas an deiner Therapie änderst. Und dann nimm dir vielleicht ein einfaches A5-Heft und fang an zu schreiben. Es muss nicht schön sein, es muss nur ehrlich sein.
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