
Ich unterstreiche die letzte Zahl in meinem A5-Heft, der Kugelschreiber landet klickend auf dem runden Tisch am Innenhoffenster — irgendwo hinter mir knarrt eine Diele auf der Nordseite, die Sonne ist noch nicht bis zur Tischplatte vorgedrungen. Ein Satz begegnet mir ständig, wenn Leserinnen nach meinem phoenix999-Kursvergleich fragen: Der teuerste Kurs bringt automatisch am meisten. Nach anderthalb Jahren mit allen vier Kursen der Serie und einer komplett ausgefüllten Tabelle in diesem Heft kann ich sagen, dass genau das bei mir nicht gestimmt hat.
Bevor es weitergeht, kurz zur Offenlegung: Alle vier Kurse habe ich von meinem eigenen Geld bezahlt und über achtzehn Monate durchgearbeitet. Ich empfehle hier nichts, was ich nicht selbst bis zur letzten Session gesehen habe — auch wenn ich, wie du gleich liest, nicht jede Session gemocht habe.
Zur Vorgeschichte nur so viel: 2022 legte mich, hier in der Wiehre, ein Erschöpfungs-Ausfall für eine Weile lahm, die Schulmedizin lieferte das übliche Programm, und ich suchte etwas, das ich selbst in der Hand hatte. Seit vier Jahren beschäftige ich mich jetzt mit energetischer Selbstheilung, eine Art Burnout-Prävention neben dem Empfangstresen — und der phoenix999-Serie von Andreas Goldemann bin ich dabei nicht ausgewichen, so skeptisch ich als MFA bei Begriffen wie "kosmischer Reset" auch bin.
Meine Methode für den phoenix999-Kursvergleich: Preis pro Session statt Werbeversprechen
Vergleichen kann man diese Kurse auf viele Arten — an Kundenzahlen, an Sternebewertungen, an vollmundigen Testimonials. Meine Methode ist eine andere, seit fünfzehn Jahren Empfangsroutine eingeübt: Ich schreibe auf, was ein Kurs kostet, wie viele Stunden Videomaterial dabei sind, wie viele Sessions ich tatsächlich abgeschlossen habe — und was am Ende hängengeblieben ist, unabhängig vom Marketing. Erst wenn alle drei Spalten gefüllt sind, ziehe ich einen Schluss.
Meine frühere Kollegin Annette Ruhland, die früher im Büro nebenan saß, würde an dieser Stelle sofort nach Belegen fragen — das fordert sie grundsätzlich, bevor sie selbst irgendetwas ausprobiert. Zu Recht: Genau deshalb rechne ich lieber in Euro pro Session als in Adjektiven.
Konkret sieht die Tabelle so aus. Kurs 1, die Basis-Edition, kostete etwa 199 Euro bei 6 Stunden Material und 12 Sessions. Kurs 2, die Vertiefung, lag bei etwa 249 Euro, 8 Stunden Material und 15 Sessions. Kurs 3, als fortgeschrittene Stufe, schlug mit etwa 299 Euro, 10 Stunden Material und 18 Sessions zu Buche. Kurs 4, die Meisterklasse, war mit etwa 349 Euro der teuerste Baustein, dafür mit 12 Stunden Material und 20 Sessions auch der umfangreichste. In Summe macht das 65 abgeschlossene Sessions für rund 1096 Euro — im Schnitt etwa 16,86 Euro pro Session, was ungefähr zwischen einer professionellen Zahnreinigung und einem Monatsbeitrag im Fitnessstudio liegt.
Wie man diese Rechnung grundsätzlich für jeden Kurs aufstellt und wie sich ein Einzelkauf gegenüber einem Komplettpaket noch mal anders rechnet, sind eigene Themen für sich, die andere Texte auf dieser Seite ausführlicher behandeln.

Fast aufgegeben: Die ersten Sessions ohne sichtbaren Effekt
Kurs 1 sollte die Basis legen, doch die ersten Sessions waren für mich eine einzige Geduldsprobe. Sobald von Lichtsprache die Rede war, zuckte ich innerlich zusammen — nach Jahren, in denen ich ICD-10-Codes in den Praxisrechner getippt habe, klang das für mich nach reinem Marketing-Sprech. Eine Session habe ich nach zehn Minuten abgebrochen, weil mir die vollmundigen Versprechen zu dick aufgetragen waren. Fast hätte ich das ganze Kurspaket dort liegen lassen.
Geblieben bin ich wegen der Struktur der Übungen, nicht wegen der Wortwahl. Was bei mir tatsächlich hängengeblieben ist: die Technik der Erdverbindung, im Kern nur eine Methode, den Fokus vom Kopf — Terminkalender, Rezepte, klingelndes Telefon — in die Füße zu verlagern. Nach den zwölf Sessions reagierte ich am Empfang spürbar gelassener, wenn jemand zum fünften Mal nach seiner Überweisung fragte. Kein Wunder, aber ein Unterschied, den auch Kolleginnen bemerkt haben. Wer wissen will, wie sich das im Vergleich zu klassischer Entspannung schlägt, findet dazu mehr in meinem Text Phoenix999 oder Meditation?.
Eine Übung, die bei mir schlicht nichts gebracht hat
Kurs 3 galt als die fortgeschrittene Stufe der Serie, und ausgerechnet dort erlebte ich reine Zeitverschwendung. In einer Session sollte ich eine goldene Sphäre visualisieren, um angeblich mein energetisches Feld zu reinigen. Der Boden in meiner Altbauwohnung war kalt, ich habe mich wirklich bemüht — aber alles, was ich spürte, war ein steifer Nacken vom langen Sitzen und der Wunsch, endlich den Abwasch zu erledigen.
Die restlichen Sessions dieses Kurses habe ich trotzdem durchgezogen, allein damit die Spalte in meinem Heft vollständig blieb. Der Effekt lag bei null. Nicht jede Methode passt zum eigenen Typ — das ist für mich wie mit den Broschüren am Empfang: Nicht jede Ernährungsinfo passt zu jeder Patientin. Bei zu viel Visualisierung steige ich offenbar einfach aus, und das ist auch in Ordnung so.

Zu früh beiseitegelegt: Der Kurs, den ich fast verpasst hätte
Bei Kurs 2, der Vertiefung rund um Ahnenlinie und energetisches Feld, habe ich nach den ersten Sessions erstmal pausiert. Zwischen Empfang, Quartalsabrechnung und Alltag fehlte mir schlicht die Zeit, und mein erster Eindruck war: eher zäh, eher nichts für mich. Über zwei Monate blieb die Spalte in meinem Heft für diesen Kurs halb leer.
Zurückgekommen bin ich nur, weil die Lücke im Heft mich gestört hat — fünfzehn Jahre Ordnung am Empfang lassen sich nicht einfach abschalten. Genau in den Sessions, die ich beinahe ausgelassen hätte, kam dann die eigentliche Wendung: Ich lernte, Verspannungen im Nacken nach langen PC-Stunden anders wahrzunehmen, nicht als medizinische Diagnose, sondern — in meinem Vergleich — als Stau im System, wie ein überfülltes Wartezimmer, das sich erst leeren muss, bevor wieder Ruhe einkehrt. Hätte ich nach den ersten Sessions endgültig abgebrochen, hätte ich mir das Urteil über den ganzen Kurs erlaubt, ohne den Teil gesehen zu haben, der bei mir tatsächlich etwas bewegt hat.
Die Rechnung, die ich nicht auf dem Zettel hatte
Kurs 4, die Meisterklasse, war mit rund 349 Euro der teuerste Baustein der Serie — und der einzige mit echter Live-Begleitung statt reiner Videoarbeit. Die Übungen dort waren energetisch verpackt, drehten sich im Kern aber um Dinge, die eher in Richtung Neuroplastizität gehen. Genau diese Live-Begleitung war es, die für mich den Unterschied gemacht hat: Ich konnte Fragen stellen, die nicht nach Licht und Liebe klangen, sondern nach ganz praktischen Dingen, etwa wie ich mit morgendlicher Beklemmung umgehen soll, bevor ich überhaupt aus dem Bett bin.
Was ich nicht eingeplant hatte: Der Zugang zu genau dieser Live-Gruppe war ein separater Baustein oben auf den Grundpreis, den ich beim Kauf des Basispakets nicht auf dem Schirm hatte. Zusätzliche Kosten, mit denen ich nicht gerechnet habe, gehören für mich zu den unangenehmeren Überraschungen der ganzen Serie — auch wenn ich zugeben muss, dass mir gerade dieser Aufpreis am Ende am meisten gebracht hat. Wie viel Betreuung man bei so einer Kaufentscheidung überhaupt bekommt und ob Audio- oder Videoformat für ein Thema wie dieses die bessere Wahl ist, sind noch mal eigene Fragen, die andere Texte auf dieser Seite ausführlicher beantworten.
Teilnehmerzahlen und persönlicher Erfolg
Vor dem Kauf sieht man üblicherweise ganz andere Zahlen: Teilnehmerzahlen, Rückerstattungsquoten, Cart-Conversion-Raten. Alle vier Editionen — Zähne-Edition, Magen-Darm-Edition, Kraft der Ahnen und Zurück zum Ursprung — laufen bei Digistore24 unter demselben Vendornamen phoenix999, hinter dem Andreas Goldemann steht. Zurück zum Ursprung zählt öffentlich über 8.000 Teilnehmer und die höchste Cart-Conversion der Serie mit 24 Prozent, Kraft der Ahnen wirbt mit 9,1 Jahren Marktpräsenz und der niedrigsten Rückerstattungsquote von allen vieren, 1,84 Prozent. Beides liest sich wie ein Qualitätssiegel.
Nur: Genau der Kurs mit der stärksten öffentlichen Erfolgsbilanz war bei mir nicht automatisch der mit der stärksten persönlichen Wirkung, wie du oben bei Kurs 3 gesehen hast. Ob ein Anbieter seriös wirkt, hängt für mich an ganz anderen Signalen als an Verkaufszahlen — das ist wieder ein eigenes Kapitel für sich. Genauso, wie technisch sauber die Videos produziert sind oder wie viel Zeit die Sessions neben einem vollen Praxisalltag realistisch beanspruchen, sind Fragen, die eigene Texte verdienen und hier nur am Rand erwähnt sein sollen.
Eine Stammleserin, Sigrun Ott, hinterlässt in den Kommentaren gerne lange, nachdenkliche Rückmeldungen — sie hat mich einmal gefragt, ob man als komplette Anfängerin gleich mit dem umfangreichsten Kurs einsteigen kann, statt sich durch die Basis zu arbeiten. Eine faire Frage, die eine eigene, ausführlichere Antwort verdient, als ich sie hier unterbringen kann.
Wo meine Kurse aufhören und der Hausarzt anfängt
Eines will ich klarstellen, aus fünfzehn Jahren Praxiserfahrung heraus: Energetische Selbstheilung ersetzt keinen Hausarztbesuch, keine Psychotherapie und keine notwendige Medikation. Ich bin weder Ärztin noch Krankenschwester noch Heilpraktikerin, ich habe keine medizinische Approbation und keine therapeutische Ausbildung. Bei körperlichen Beschwerden gehört man in eine Praxis wie die, in der ich arbeite — nicht vor einen Bildschirm. Mehr zu dieser Trennung liest du in meinen Tipps einer erfahrenen Arzthelferin.
Wie ich Fortschritt über achtzehn Monate überhaupt festgehalten habe — jenseits von Gefühl und Bauchentscheidung — beschreibe ich ausführlicher in Erfolg spiritueller Kurse messen. Hier nur der Kern: Ein Moment, den ich am ehesten als Beleg gelten lasse, wiederholt sich inzwischen öfter als früher — die Kaffeetasse in der Hand, die Schultern spürbar unten, kein Drang aufzuspringen, einfach nur sitzen, bevor der Tag am Empfang losgeht.

Zurück zur Ausgangsfrage: Bringt der teuerste Kurs am meisten? Bei mir war es der Kurs mit der stärksten Betreuung, nicht der mit dem höchsten Preis oder den meisten Teilnehmern, der den größten Unterschied gemacht hat — und einer der günstigeren Kurse hat mich fast am Anfang schon verloren. Das Marketing der ganzen Serie ist mir oft zu dick aufgetragen, aber filtert man die Phrasen weg, bleibt bei mir ein Kern, der funktioniert hat. Vier Kurse, 1096 Euro, 65 Sessions — und eine Tabelle, die inzwischen komplett ausgefüllt in meinem A5-Heft steht. Jetzt ziehe ich die Schuhe an, die Praxis öffnet gleich, und die ersten Patientinnen warten schon vor der Tür auf ihre Rezepte.
Was Sie hier lesen, spiegelt meine persönliche Erfahrung wider — keine professionelle Beratung. Informieren Sie sich eigenständig und konsultieren Sie die entsprechenden Fachleute, bevor Sie Änderungen an Ihrer Gesundheit, Ernährung oder Ihren Finanzen vornehmen.