
06:15 Uhr in Freiburg-Wiehre: Ein Kassensturz der anderen Art
Draußen über dem Hinterhof hängt das typische Freiburger Grau, der erste Kaffee dampft neben mir auf dem Küchentisch. Ich schlage mein A5-Heft auf. Es ist ein schlichtes Ding mit festem Einband, kein „Journal für Manifestation“ mit Goldprägung, sondern ein Werkzeug. Heute, am 20. April 2026, trage ich den letzten Wert in meine Tabelle ein. 18 Monate phoenix999 sind abgeschlossen. Wer mich kennt, weiß: Ich brauche Zahlen, Daten und Fakten. Fünfzehn Jahre am Empfang einer Hausarztpraxis in der Wiehre hinterlassen Spuren. Wenn man jahrelang Überweisungen zum Kardiologen ausstellt und Quartalsabrechnungen gegenprüft, verliert man den Glauben an „Wunder in drei Tagen“.
Bevor ich die Details aus meinem Heft teile: Ein kurzer Hinweis. In diesem Text stecken Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis überhaupt nichts. Ich habe alle vier Kurse von meinem eigenen Geld bezahlt und über anderthalb Jahre hinweg getestet – ich empfehle nichts, was ich nicht selbst durchgearbeitet habe. Hier ist meine vollständige Offenlegung.
Mein Weg hierher war nicht freiwillig. Nach meinem Erschöpfungs-Ausfall 2022 saß ich in dieser Wohnung und starrte in den Innenhof. Die Schulmedizin hatte mir alles gegeben, was das System vorsieht: Krankschreibung, Reha, das volle Programm. Aber die innere Batterie blieb leer. Am Empfang sortiert man täglich Broschüren über Stressbewältigung, aber wenn es einen selbst trifft, wirken die Hochglanzfotos von lächelnden Menschen im Wald wie Hohn. Ich suchte etwas, das ich selbst tun konnte, ohne direkt eine neue Therapie-Karriere zu starten. So landete ich bei der phoenix999-Serie. Skeptisch, wie man es als MFA eben ist, wenn Begriffe wie „Quantensprung“ fallen.
Die nackten Zahlen aus meinem A5-Heft
Ich habe alles dokumentiert. Jede Session, jede Stunde Videomaterial, jeden Euro. Wenn man 1096 Euro für vier Online-Kurse ausgibt, will man wissen, ob die Investition pro Einheit Sinn ergibt. Als Frau am Empfang rechne ich automatisch in Ziffern. Hier ist der Überblick über das, was ich in den letzten 18 Monaten konsumiert habe:
- Kurs 1 (Basis): 199 Euro | 6 Stunden Material | 12 Sessions
- Kurs 2 (Vertiefung): 249 Euro | 8 Stunden Material | 15 Sessions
- Kurs 3 (Fortgeschritten): 299 Euro | 10 Stunden Material | 18 Sessions
- Kurs 4 (Meisterklasse): 349 Euro | 12 Stunden Material | 20 Sessions
Das macht insgesamt 1096 Euro für 36 Stunden Videomaterial und 65 abgeschlossene Sessions. Im Durchschnitt habe ich also 16,86 Euro pro Session bezahlt. Das ist weniger als eine Zuzahlung für eine professionelle Zahnreinigung, aber mehr als ein Kinobesuch. Für mich war die Frage: Ist es das wert, wenn man morgens vor dem Frühstück auf der Yogamatte sitzt, statt noch mal die Schlummertaste zu drücken?
Kurs 1: Der Startschuss und die Sache mit der Lichtsprache
Begonnen habe ich am 12. November 2025. Der erste Kurs sollte die Basis legen. Ich sag es, wie es ist: Die ersten drei Sessions waren hart für mich. Wenn da von „Lichtsprache“ die Rede ist, zucke ich innerlich zusammen. Das klingt für jemanden, der jahrelang ICD-10-Codes in den Rechner getippt hat, erst mal nach Hokuspokus. Ich habe Session 4 sogar nach zehn Minuten abgebrochen, weil mir das Marketing-Sprech zu viel wurde. Alles sollte plötzlich ganz einfach sein.
Ich bin aber drangeblieben, weil ich die Struktur der Übungen mochte. Die 199 Euro waren investiert, und ich bin sparsam. Was bei mir hängengeblieben ist: Die Technik der Erdverbindung. Klingt esoterisch, ist aber eigentlich nur eine Methode, um den Fokus vom wirren Kopf (Terminkalender, Rezepte, Telefonklingeln) in die Füße zu bringen. Nach den 12 Sessions merkte ich, dass ich am Empfang weniger genervt reagierte, wenn Patienten zum fünften Mal nach ihrer Überweisung fragten. Kein Wunder, aber eine spürbare Veränderung in meiner Belastbarkeit.
Kurs 2 und 3: Zwischen Durchbruch und totalem Flop
Im Januar 2026 startete ich Kurs 2. Hier ging es um die Ahnenlinie und das energetische Feld. Klingt groß, war für mich aber eher eine Arbeit am Körpergefühl. Die 15 Sessions waren gut strukturiert. Ich habe gelernt, Spannungen im Nacken – mein Klassiker nach acht Stunden am PC – anders wahrzunehmen. Nicht als medizinische Diagnose, sondern als Stau im System. Das war die Brücke, die ich brauchte.
Dann kam Kurs 3 im März 2026. 299 Euro. 18 Sessions. Und ich muss ehrlich sein: Für mich war das ein totaler Flop. In Session 7 sollte ich eine „goldene Sphäre“ visualisieren, um mein Feld zu reinigen. Ich saß da, habe mich bemüht, aber alles, was ich spürte, war ein steifer Hals vom langen Sitzen. Ich habe die restlichen Sessions zwar durchgezogen, weil ich die Tabelle in meinem Heft voll kriegen wollte, aber der Effekt war gleich null. Manchmal passt eine Methode einfach nicht zum eigenen Typ. Wer einen pragmatischen Zugang sucht, wird hier vielleicht enttäuscht. Das ist wie bei den Broschüren in der Praxis: Nicht jede Diät-Info ist für jeden Patienten relevant.
Kurs 4: Warum Struktur am Ende doch siegt
Den letzten Teil habe ich am 20. April 2026 abgeschlossen. Mit 349 Euro der teuerste Kurs. Hier passierte etwas Interessantes. Während die reinen Selbstlern-Videos in den Kursen davor oft an meiner Skepsis abprallten, war die Live-Begleitung in diesem Modul der entscheidende Faktor. Die intensiven Live-Begleitungen erfordern zwar einen deutlich höheren zeitlichen Aufwand pro Modul, führen aber zu einer deutlich tieferen emotionalen Durchdringung der Inhalte als die reinen Selbstlern-Varianten.
In diesen Sessions konnte ich Fragen stellen, die nicht nach „Licht und Liebe“ klangen, sondern nach: „Wie mache ich das konkret, wenn ich morgens schon mit Beklemmungen aufwache?“ Die Struktur dieses Kurses hat mir als kühler Rezeptions-Fachkraft die nötige Sicherheit gegeben. Die Übungen zur Neuroplastizität – auch wenn sie hier energetisch verpackt wurden – haben bei mir dazu geführt, dass die morgendliche Schwere nachhaltig nachgelassen hat. Es war keine Wunderheilung, aber eine verdammt gute Investition in meine eigene psychische Stabilität.
Mein Fazit vor dem Gang zur Arbeit
Ich klappe mein Heft zu. 1096 Euro stehen unter der letzten Zeile. Ist das viel Geld? Ja, für eine MFA ist das eine Menge Holz. Hätte ich es lieber für einen Urlaub in Italien ausgegeben? Vielleicht. Aber der Urlaub wäre nach zwei Wochen vorbei gewesen. Die 18 Monate Arbeit mit den phoenix999-Kursen haben mir Werkzeuge gegeben, die ich jeden Tag am Empfang nutze, wenn der Geräuschpegel im Wartezimmer steigt und drei Telefone gleichzeitig klingeln.
Wichtig ist mir eines: Energetische Selbstheilung ersetzt keinen Besuch beim Hausarzt, keinen Psychotherapeuten und keine notwendige Medikation. Wenn du körperliche Beschwerden hast, geh in eine Praxis wie die, in der ich arbeite. Lass dich durchchecken. Diese Kurse sind eine Ergänzung für die Seele und das Nervensystem, kein Ersatz für die Schulmedizin.
Für mich war es der Weg zurück in die Belastbarkeit. Nicht jeder Kurs war ein Treffer, und vieles im Marketing der Serie ist mir zu dick aufgetragen. Aber wenn man die Phrasen wegfiltert, bleibt ein Kern, der funktioniert – zumindest für mich in meiner Altbauwohnung in Freiburg im Breisgau. Jetzt ziehe ich die Schuhe an. Die Praxis öffnet in dreißig Minuten, und die ersten Patienten warten sicher schon vor der Tür.